BANDIPUR NATIONALPARK

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... wilde Elefanten im Fluss...

Montag, 15. Februar 2010

Tag 27: Mysore

4:50 Uhr, mein Wecker klingelt. Wie ich es hasse dieses Geräusch zu hören…
So quäle ich mich aus dem Bett, total verballert ziehe ich mich an und mache mich auf den Weg um eine Rikscha in aller Herr Gotts früh zu finden.
5:30 Uhr, Ich irre auf den Straßen umher, denn am nächsten Rikscha Stand ist leider keine Rikscha zu sehen. Langsam werde ich Nervös, ich soll um 6 Uhr in der Stadt sein, und normalerweise brauche ich eine halbe Stunde. Schließlich will ich meinen Bus für den ich das Ticket bereits bezahlt habe nicht verpassen.
Ich irre in der Dunkelheit auf der Hauptstraße umher bis mich fast eine Unbeleuchtete Rikscha über den Haufen fährt. Meine Rettung. Doch als Sie stoppt, sehe ich das bereits zwei Herren darin sitzen. Dennoch fragt mich der Fahrer wo ich hin will. Mit einem Kopfbewegung, den Worten: 100 RPN, signalisiert er mir das ich mich zu den beiden andern quetschen soll.
Sehr lustig, ich sitze mit kurzer Hose, und T-Shirt in der Rikscha und finde es sehr angenehm. Bei den vermutlichen 20 – 23 Grad. Während der Fahrer mit dicker Bundeswehr Jacke, Handschuhen und einer wollenen Kälteschutzmaske, so wie wir sie unseren kleinsten Kinder anziehen, die lediglich das Gesicht ausgeschnitten hat trägt.
Am Majestik angekommen müssen beide Herren aussteigen und beide zahlen den vollen Preis. 5 Minuten später darf ich mich mit 100 Rpn, von der Rücksitzbank verabschieden.
Der Bursche hat das Business wirklich raus…aber ich bin froh, dass ich kurz vor 6 den Busbahnhof erreicht habe.
Während ich auf den Bus warte, genieße ich die Stille auf den sonst so lauten und chaotischen Straßen währende sich die ersten Sonnenstrahlen andeuten.


Auf dem Weg nach Mysore geht es durch herrliche Landschaften. Wir kommen an tollen Bergen vorbei, in denen schon mehrere Filme gedreht worden sind.
Ebenso säumen sich unzählige Reisfelder die von vielen Menschen und Ochsen bearbeitet werden.
Wir halten an einem Spielzeugladen an und der Tour Guide weist uns an das wir 30 Minuten Zeit haben um einzukaufen. Oh man, ich komme mir vor wie in der Türkei, KAFFEEFAHRT, wie ich so etwas hasse wenn ich eigentlich was von Land und Leuten sehen will…

Auch der nächste Stopp wird nicht besser… … und noch ein stopp in einem Government Silk Shop, in dem Sie „Taxfreie“ Saris verkaufen, zu einem Schnäppchenpreis von ca. 10.000 Rupien. Ich gebe doch gern 150 Euro für einen Sari aus wenn ich den gleichen auch MIT Steuer in der Stadt für 30 Euro haben kann…
Doch statt in diesen Laden zu gehen, sehe ich mich in dieser halben Stunde lieber auf der Straße um…
Wir fahren weiter und der nächste Halt ist wenigstens etwas womit ich was anfangen kann.
Frühstück, wenn auch Indisch aber günstig… -grins-.
Dann endlich erreichen wir die erste Tempelanlage. Es ist ein Tempel der bereits vor 1000 Jahren erbaut wurde. Dieser Tempel wird durch einen großen Wassergraben rings herum geschützt. Direkt hinter diesem Wassergraben befindet sich ein Steinwall, der nur 4 Tore nach außen hat. Wir schleichen mit dem Bus durch eines dieser Tore, denn es ist verdammt eng… Innen fahren wir den Wall ab, das Water Gate ist das Berühmteste da vor diesem Gate bei der Besetzung der Damalige Führer ums leben kam.

Dann endlich dürfen wir aus dem Bus um uns den Tempel anzusehen.
Die nächste Sehenswürdigkeit ist der Winterpalast des Maharatschas, sehr schön mit den Blumenanlagen, und den herrlich verzierten Palastzimmern, leider darf man hier nicht Fotografieren… ups, hätte man nicht sollen!
Wir machen abermals Halt an einer schönen Gotischen Kirchen die mich etwas an unser Ulmer Münster erinnert, aber wirklich schön ist.

Endlich erscheinen in der Ferne die unverwechselbaren rot-goldenen Kugeln auf dem Dach des Mysure Palast. Es ist ein gigantischer und sehr beeindruckender Palast. Die kunstvoll gestalteten Zimmer mit unzähligen schön verzierten Bildern und Malereien sind eine Augenweide. Leider ist es nicht gestattet gewesen hier zu Fotografieren. Es gab sogar eine Sicherheitsschleuse vor dem Eingang in den Palast, wie am Flughafen. Metalldetektoren und ganz - Körper Kontrolle bevor man hinein durfte. Fotos, Handys etc was eine Kamera besaß musste abgegeben werden. Ohne Ausnahme…

Am Sammelpunkt für die Weiterfahrt blieb mein Blick an dieser Honda-Werkstatt hängen. Puncher Works… wie köstlich!Weiter ging die Fahrt über ein kleines „Gebirge“ zum nächsten Tempel. Während dessen sahen wir einen weiteren Palast in der Ferne.Auf diesem Berg tummelten sich rund um den Tempel nicht nur Besucher, Mönche, Kühe und Blumenverkäufer sonder auch Massen an Affen… was sehr lustig anzusehen war.
Statt den Tempel zu besichtigen sah ich mir lieber die Umgebung an. Jetzt stand endlich unser Letzter Tagespunkt auf dem Plan. Lediglich 2 Stunden Busfahrt zu den schönsten Palast Wasser Garten, die bei Sonnenuntergang

und bei Einbruch der Dunkelheit mit Lichtspielen farbig dargestellt werden.


Um 7: 30 Uhr ging die Fahrt dann endlich wieder zurück in Richtung Bangalore. Gut 80 km lagen vor uns. Nach dieser 17 Stunden Tour kam ich vollkommen erschöpft und K.O wieder in Bangalore am Busbahnhof an.
Mit letzter Kraft schleppte ich mich in eine Rikscha und ließ mich ohne großes Verhandeln wieder zu meinem Apartment bringen. Nach 19 Stunden auf den Beinen fiel ich wie ein Stein ins Bett und rührte mich kein bisschen mehr, bis mich am nächsten Morgen wieder dieses scheußliche Klingeln aus meinem Schlaf riss…

Sonntag, 14. Februar 2010

Tag 26: … vom lachenden und glücklichen Schwaben.

Es ist einmal mehr Samstag. Nach dem nun schon fast traditionellen Sonnenbad nach dem Frühstück über diesem herrlichen Buch, The white Tiger, mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Heute steht SHOPPEN auf meinem Plan.
Raus auf die Straße, in die nächste Rikscha und ab zur Mahatma Ghandi Road.
Während ich mich so in Buch-, Schuh-, Sari-, Gürtel-, und andere Läden rum treibe, laufen mir die beiden Sonnenbrillen- Verkäufer vom ersten Wochenende in Bangalore über den Weg. Saife und Harzim. Sie erkennen mich gleich wieder und wir tratschen eine ganze weile.

SaifeHarzimSie zeigen mir ihre neusten Brillen Kollektionen. Saife nimmt erst mal meine Brille ab, die ich ja auch fleißig trage, als er mich sieht und macht sie mir Sauber. Mit einem lächeln, das würde zu dem Service gehören wenn er jemanden wieder trifft dem er die Brille verkauft habe, setzt er sie mir wieder frisch geputzt auf.
Darüber muss ich sehr schmunzeln und frage ob ich Sie bei dem heißen Tag, mittlerweile 12 Uhr und gut 34 Grad, auf einen Drink einladen darf?
So genehmigen wir uns jeder ein Fruchtsaft und ich bekomme von Ihnen noch ein tollen Tipp für ein richtig guten Buchladern der allerdings sehr versteckt liegt.

Der Tipp war Gold wert. Ein Kaufhaus voll NUR mit Büchern, herrlich sag ich euch…

Als ich wieder in Malleswaram ankomme knurrt bereits mein Magen. Da ich heute bereits genügend Geld ausgegeben habe, will ich ein billiges indisches Straßenlokal aufsuchen um Abend zu essen.
Ich bestelle Roti mit Chilly und zum Nachtisch Dahi Wada. Leider haben Sie kein Dahi Wada mehr… dabei hätte ich mich so darüber gefreut. Dahi Wada wird nicht so ausgesprochen wie es geschrieben wird. Deshalb habe ich mir eine Eselsbrücke aus Englisch und Deutsch zu diesem Nachtisch gemerkt: Girl wo da?

Es ist eine Art Krapfen ohne Inhalt mit einem Loch in der Mitte. Sprich wie ein Donat. Dieser schwimmt in einer Joghurt-Creme soße, mit süßlichen Grieskörnern und etwas geraspelter Karotte darüber. Sehr süße und super lecker.
Ega, also versuche ich einfach was anders...

Als ich die Rechnung bekomme nach dem ich wirklich satt bin, bleibt mein Mund weit offen… 21 RPN für das Abendessen. Ich kann es nicht fassen.
Das sind ca. 25 Cent. Ich springe innerlich durch die Decke dieses Hauses, 25 Cent für ein ganzes Abendessen mit Nachtisch. Das ist echt Rekord. Ich dachte schon immer ich lebe Sparsam wenn ich beim Pizza Corner für 1 bis 2 Euro eine große Familienpizza Hawai bestelle und sie mir liefern lasse, aber das… Perfekt! Da werde ich demnächst öfters sein.
So läuft ein überaus GLÜCKLICHER Schwabe durch Malleswaram nach Hause und freut sich auf sein Bett. Aber auch auf den Morgigen Tag, an dem ich mir Mysore und die schönen Tempelanlagen sowie das Mysore Schloss ansehen will.
Gute Nacht Indien.

Freitag, 12. Februar 2010

Tag 25: Indischer Nationalfeiertag

Mir hatten alle gesagt das ich heute frei hätte... aber in Indien wird "Frei haben" anders Definiert wie in Deutschland.

Nach dem ich mich nach dem Frühstück auf der Sonnenterasse in den Schatten verkrochen hatte um an meinem Buch weiter zu lesen, klingelte es auf einmal auf dem Handy. Es war einer meiner Kollegen. Komisch dachte ich mir sagten gestern alle das das Büro heute zu hat.
Er war kurz angebunden und meinte ich bin in ein paar Minuten bei dir, mach dich Starklar. Wofür? ... die Leitung war aber schon tot.

Als Rajesh wenig später vor der Türe stand, meinte er ich solle mal mitkommen. So fuhren wir erst durch die halbe Stadt bis wir zu ihm nach Hause kamen. Er zeigte mir seine tollen Garten, bzw die Gartenanlage die zu dem Häuserkomplex gehörte.


Danach lud er mich zu sich ein und wir gingen in die Wohnung. Da erwartete mich dann eines der Projekte an dem wir diese Woche bereits mehrere Stunden gearbeitet hatten. Somit war es doch nichts mit dem "Frei Haben".

Wir gingen nochmal die einzelnen Punkte durch, sprachen alles genaustens an und notierten alle wichtigen Fakten.

Nach getaner Arbeit lud er mich dann zur Entschädigung noch auf einen Ritt auf seinem Motorroller in die Stadt ein wo wir etwas Tranken, eine kleinigkeit Aßen und uns noch ein Eis gönnten.

Ich ließ mich auf dem Heimweg auf einem Mark in der Nähe des Apartments absetzten um dort noch etwas Zeit zu vertrödeln. Schließlich wollte ich ja etwas von diesem Tag haben.

Es war so herrlich durch diesen Markt zu schlendern. Dieser Markt war rein für Gemüse, Lebensmittel, Blumen und Gewürze die einen fantastischen Geruch über den Markt verbreiteten. Es ist so faszinierend wenn man lächlend über den Markt läuft von wieviele Leute ich angesprochen werde und wieviele unterschiedliche Geschichten sie mir so erzählen. Vom Fischverkäufer, über den Inhaber einer Garage in der Holz zugesägt wird, über den Bananenverkäufter und die Blumenfrauen. Es war rund um ein schöner Tag. Natürlich gibt es auch unglaublich viele Kinder die mir während dem ganzen Umhergeschlender auf dem Markt nicht von der Seite wichen und immer wieder irgendwas erzählten oder fragten.

Nach dem ich mir eine Erfrischung gegönnt hatte, ein großes Stück Melone für 2 RPN, kam ich an zwei Frauen und einem Mann vorbei dir auf der Straße saßen und Blumengirlanden geschickt entstehen ließen. Nach dem ich ganz fasziniert zusah, wollten Sie das ich sie Fotographiere. Sie fragten mich später dann ob ich nicht etwas von Ihnen kaufen möchte? Aber was sollte ich mit den Blumengirlanden anfangen. Da sagte die Frau sie hätte sehr Hunger, und sie bräuchte das Geld wirklich. Das war ja was anderes. Ich fragte Sie womit ich ihr denn eine Freude machen könnte, und da sie wohl noch meine Melonenschale in der Hand sah, zeigte sie darauf.

Gesagt getan, so kaufte ich für die Frauen, den Mann und die Kinder die dabei waren eine ganze Melone.
Hier in Indien werden die Melonen mit etwas Pfeffer gewürzt und in Plastiktüten eingepackt. Mit dieser Plastiktüte ging ich dann zurück und übergab Sie den Frauen, die sich darüber unglaublich freuten und als bald saßen alle umeinander und aßen vergnügt die Melonen.
Es ist doch schön wie man mit fast nichtgs so vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
... so lief ich dann Glücklich bei herrlichem Sonnenuntergang zu meinem Apartment zurück.