BANDIPUR NATIONALPARK

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... wilde Elefanten im Fluss...

Samstag, 30. Januar 2010

Tag 11: Mein Apartment

Heute möchte ich euch mein neues Zuhause vorstellen. Ich bin hier in Indien in einem Apartment gerade mal 3 Straßen von der Firma entfernt eingezogen.

Die Apartmentanlage besteht aus 5 Apartments die vermietet werden und zwei kleinen Apartments, in einem Wohnt die Besitzerin und in dem zweiten der Co-Manager.

Ich führe euch jetzt von der Straße bis in mein Apartment einfach einmal durch die Anlage.

Vor dem Apartment auf der Straße sitzt immer einer unserer Security-Männer. Die Anlage ist rund um 24 Stunden bewacht. Die beiden Security Männer wechseln sich immer ab. Morgens
7 und Abends 7 ist Schichtwechsel. Ihre Schicht wechselt Wöchentlich. Eine Woche Tagschicht, eine Woche Nachtschicht.
Die Türe wird dann auch immer von einem der beiden aufgemacht. Ich darf da nichts anfassen.

Dann geht man an dem Büro vorbei, wo auch die Schlüssel für die Apartments hinterlegt sind.

Man kommt in den Gang:

Es geht am Gymnastik Raum vorbei in den eigentlichen Gang der zu den Apartments führt.

Hier rechts die 2. Türe hinter dem Co-Manager ist mein Apartment.

Mein Wohnzimmer:


Meine Küchenzeile, sollte ich doch mal selber kochen wollen...


Mein Schlafzimmer:


Mein Badezimmer:


Meine kleine Terrasse:


Gefrühstückt wird hinten auf der Terasse, auf dem Weg dort hin, hört man Abends öfters mal aus anderen Apartments den Fernseher, wenn der Co-Manager mal wieder in einem der leeren Apartments Cricket oder sonstige Serien sieht:

Der Frühstücksbereich:


Und da geht es dann noch weiter in die Küche:

Hier bereitet mir gerade die Inhaberin ein Indisches Reisgericht in der Küche zu. Ihr hilft Morgens immer noch eine zweite Frau, die hier auch Arbeitet. Dann haben wir noch eine Putzfrau, sobald ich Sie geknippst habe wird sie hier natürlich auch mit aufgenommen. Last but not least kommt noch die freundliche Frau die mir immer meine Wäsche wäscht. Auch Sie werde ich hier reinstellen sobald es mir gelingt sie zu Fotografieren.

Auf dem Weg zur Küche kommt die Treppe die auf die Sonnenterrasse führt. Sehr chillig, und richtig angenehm. Wann man dort Abends liegt, dann weht ein kühler Wind über ein, der Richtig gut tut, und der Boden wärmt von Unten.
Ist einfach Herrlich dort auf dem Rücken zu liegen und in den Himmel zu sehen, die Sterne oder den Vollmond zu beobachten.



Gute Nacht Indien.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Tag 10: Election

Ich bin heute eigentlich ganz davon ausgegangen das nichts passieren würde und ich euch heute mal nichts zu erzählen hätte... Pustekuchen.
Direkt neben unserem Büro, in der winzigen Straße ist aber noch ein Büro, und in genau diesem Büro waren heute politische Wahlen. Ich wunderte mich als wir auf einen Tee vor die Türe gingen und auf einmal unmengen an Menschen in der kleinen Gasse standen. Es kamen mehr und mehr weiße Autos, sie alle hatten eine Rote Signalleuchte auf dem Dach und einen weißen Wimpel auf der Motorhaube. Die Kollegen erklärten mir das dies alles Minister Fahrzeuge wären.
Es wurde immer voller, und die ganzen Polizei-Officer wurde immer angespannter... den es kam auch der Polizeipräsident von Bangalore, der Wirtschaftsminister, die Minister der Arbeit, und noch so einige wichtige aus der Politik.
Es ist lustig zu sehen das hier die Bodygards alle weiß gekleidet sind und zum Teil kleiner sind wie ich! Das fand ich echt spitze... endlich bin ich auch mal GROß!!! -breites grinsen-
Es kamen einige Fernehsender, die diese Wahl kommentierten.... aber seht selbst:

Noch eine kleine Anekdote zum Abschluß. Ich bin eben beim Eikaufen gewesen, Abendessen für 52 RPN. Da ich aber nur Scheine hatte legte ich einen 50 und einen 10 RPN Schein auf die Theke. Da fragt mich der Verkäufer ob ich nicht 2 Coin hätte. Als ich mich entschuldige und Nein sage, nimmt er die 50 RPN schiebt mir die 10 RPN wieder zurück und meint:
Maybe the next time!
Es ist wirklich ein anderes Leben hier. Total krass!
In diesem Sinne, wünsche ich euch einen schönen Nachmittag, erfriert mir nicht bei den eisigen Temperaturen!
Gute Nacht Indien, Namaste Deutschland.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Tag 9: My Indian moonwalk

Heute habe ich mir beim Nachmittagstee (hier kommt immer ein Mann mit einer Thermoskanne [schreibt man das so??] vorbei und verkauft Tassenweise Tee, wie könnte es anders sein... richtig, natürlich fertig gemischt ganz nach englischer Art: Tee mit Milch, naja...) Gedanken gemacht. Ne nicht das er nicht so gut schmeckt: hier sage ich für 2 Rpn, kann man und DARF man sich echt nicht beschweren. Zumal er auch die Plastikbecher mitbringt, in die der Tee gefüllt wird. Wenn ich überlege wie viele Tassen der verkaufen Müsste nur um auf einen Stundenlohn von 1€ zu kommen, die Materialkosten mal ganz abgesehen davon, und den aufwand den er hat, Straße für Straße ablaufen und die Leute zu fragen ob jemand einen Tee möchte..
Zurück im Text, ich machte mir Gedanken was ich heute Abend noch unternehmen könnte. So beschloss ich meine neuen Erkenntnisse der Kamera in die Tat umzusetzen und zu Testen.
Es stand die Belichtungszeit und Blendeneinstellung des Manuellen Programms im Vordergrund.
Dazu besichtigte ich den Sanky Tank, einen kleinen künstlich angelegten See.
Ich will gar nicht viel Sagen, seht selbst:


Anschließend machte ich mich bei einbrechender Dämmerung auf den Heimweg und beschloss auch hier noch etwas zu experimentieren. Den örtlichen Bahnhof 2 km abwärts hielt ich für eine geeignete Location. So machte ich mich auf und knipste alles was mir auf dem Weg in den Sinn kam, was für ein schönes Foto als Motiv in Frage kommen konnte.


Ich wünsche euch einen schönen Abend!

Schlaft gut und bis Morgen!
Gute Nacht Indien.

Dienstag, 26. Januar 2010

Tag 8: Ein spiritueller Tag mit Tiefgang...

Heute ist Republic Holiday. Nach dem ich mich heute Vormittag damit befaßt habe den Blog einzurichten, wollte ich den restlichen Tag dazu nutzten mein neues "Viertel" zu erkunden. Diesmal in die Richtung des Iskon Temple. Auf dem Weg dort hin kam ich an kleinen Gassen vorbei in denen die Menschen relaxt auf kleinen Steinmauern oder dem Boden saßen und ihren Kindern beim Spielen auf der Gasse zusahen. Ein alter Mann saß auf einem Holzstamm und laß in aller ruhe seine Zeitung.

Es ist bewundernswert diesen Menschen zuzusehen. Wie sie diesen Spagat zwischen unentwegtem Chaos, ja der Hektik auf der Straße und der Ruhe, des inneren Friedens unmittelbar nur wenige Meter voneinander entfernt leben. Ich habe mir heute gedacht wie ich diesen Mann dort Zeitung lesen sah, dass es in etwas dem entsprechen muss wenn man bei uns spät in der Nacht vor einer Hintertüre einer Großraumdisco steht, draußen wirkt alles still und gespenstisch leise. Doch würde man die Hintertüre öffnen und zwei Meter in die Disco gehen, würde um einen das Leben toben.

Ich ging also weiter die Straße entlang, da sprachen mich 6 Jungs an. Sie wollten das ich ein Bild von Ihnen mache, was wir auch gleich machten.

Wir redeten noch etwas und als ich Ihnen erzählte das ich auch dem Weg zum Iskon Tempel sei, begleiteten sie mich noch eine weile.

Der Tempel schien sehr groß zu sein, denn schon aus der Ferne konnte man sehr gut die größe wahrnehmen.
Ich bin noch nie in einem Budistischen Tempel gewesen und war dementsprechend auch etwas gespannt was mich dort erwarten würde. Durch den Eingang und rein in die Schlange der Menschen die sich durch den Tempel schoben. An einer Sicherheitsschleuse vorbei, genau wie am Flughafen, wurde man mit Metalldetektoren kontrolliert und abgetastat. Danach musste man sich seiner Schuhe entledigen. Ob ich die wohl wieder bekomme... we will see. Dann ging es sehr viele Stufen rauf und runter, durch einige Tempelzimmer, in die kaum mehr als 10 Leute passten. Es war beeindruckend diese schön geschmückten Elefantenskulpuren, die voll mit Blumenkränzen und Gestecken waren zu sehen. Die Elefantenskulpuren hatten unzählig viele Steinchen und Goldflächen an sich. Durch das Licht das auf sie schien schimmerte alles hell. Da vor hatten sie immer eine Schale mit Räucherstäbchen aufgestellt. Es lag eine klösterliche ja schon fast klagende Musik in der Luft. Etwas getrommel und kleine Blechtäfelchen die sie aneinander schlugen. Schritt um Schritt kamen wir dem eigentlichen Tempel näher. Es ist merkwürdig das man sich selbst und dieses Gebäude wirklich anders wahrnimmt wenn man Barfuß auf diesen Marmor- , Steinplatten und anderem Untergrund in einem trott, den die Masse vorgibt, längs läuft. Als ich die letzten Stufen zum Haupttempel empor stieg, konnte man das beeindruckende Monument das der Altar war erkennen.

Unzählig viel Gold schmückte die drei Torbögen. In mitten eines jeden Torbogens war etwas vertieft ein von Blumen geschmückter Elefant zu sehen. Mönche standen darum, saßen davor auf dem Boden oder sprachen ihre Gebete. Auch wir durften in kleinen Gruppen vor diese Bögen treten und mussten einstimmig Silben nachsagen die uns vorgesagt wurden. Ich hatte wirklich das Gefühl Teil eines großen zu sein und bekam eine Gänsehaut.

Es wurde Folgendes mit sehr tiefer Stimme gesprochen:

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

ein dumpfes Brummen durchzoge den Körper.

Anschließend bekam jeder Blüten in die Hand gelegt,

wir gingen an einem Tablett vorbei über das man die zweiten Hand hob und sie sich danach vor das Gesicht hielt und anschießend mit der Hand dann über die Haare strich. Es war ein tolles Gefühl diese Prozedur so miterleben zu können.

Auf dem Weg nach unten gab es für alle eine Schale Suppe, fragt mich nicht was, ich habe sie nicht gegessen. Ebenso tranken hier alle Menschen aus ein und dem selben Becher der am Rand eines schmalen Ganges stand. Auch hier verzichtete ich darauf. Denn die meisten Menschen die ich hier gesehen hatte waren alle Krank und kamen vermutlich hier her um sich Heilen zu lassen oder eine Art Absolution zu holen.

Draußen auf der Straße war diese Stille und Ruhe die trotz der Menschenmassen im Tempel waren, gleich wieder verflogen. Ich ging also wieder den Weg entlang wie ich hergekommen war. Als ich auf dem Weg vor mir einige Säcke entdecket. Irgendwie schien mir das Komisch zu sein. Hatte ich nur das Gefühl oder lag darunter tatsächlich ein Mensch, vielleicht sogar ein Toter. Ich getraute mich gar nicht recht so nah dort hinzu gehen. Doch alle Menschen auf der Straße und auf diesem Weg, schien das nicht im geringsten zu verwundern.

Somit schöpfte ich Hoffnung das ich das nur vermutet hatte, da es ja möglich gewesen wäre. Wir sind ja schließlich in Indien. So ging ich weiter auf diesen Müllhaufen zu. Als ich die Stelle gerade passiert hatte und ein paar Meter weg war, kam ein KLW angedonnert und wirbelte Unmengen an Staub auf, aber nicht nur Staub. Er wirbelte auch eine der Folien auf, die den Müllberg ausmachten. Und das unfassbare kam zum Vorschein. Es war tatsächlich ein Toter. Oh mein Gott, dachte ich, er liegt hier einfach am Straßenrand und keiner nahm Notiz von ihm. Als ich wie angewurzelt am Rande stand und auf diesen Mann starrte, legte ein vorbeigehender lediglich die weggewehte Folie wieder etwas darüber und ging weiter. Sonst machte es niemandem etwas aus.


Wie ich so in Gedanken weiter heimwärts lief, kam ich an der Stelle vorbei an der auf dem Hinweg ein Mann den Randstein mit schwarzem Teer eingepinselt hatte.
Nun war auch ein zweiter dabei der die Zwischenräume mit gelber Farbe ausmahlte.