BANDIPUR NATIONALPARK

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... wilde Elefanten im Fluss...

Freitag, 24. September 2010

Tag 195: Indische Versicherung...

Es war ein warmer Mittwoch Spätnachmittag, an dem ich meinen kleinen Trolly nach der Arbeit noch zur Reparatur bringen wollte. Deepak erklärte sich bereit mir dabei zu helfen, da er selbst noch zu einer Versicherung bzgl. seines Motorrads musste die in der gleichen Straße lag wie mein Koffergeschäft. So sattelten wir Deepaks Motorrad, ich mit Koffer auf der Schulter, an Deepak geklammert brausten wir durch die Stadt.

Für den gerade erst gekauften Koffer gab es nicht so einfach Ersatz. Nur weil der Verkäufer beim Verkaufen gesagt hatte ich würde ein Jahr Garantie haben und bei irgendwelchen Schäden sofort einen neuen Koffer erhalten, heißt das ja in Indien nichts. Im Gegenteil. Ich glaube er war ziemlich sauer das ich so dreist war, überhaupt wieder zu kommen. Dabei hatte ihm Ihm damals gesagt, ich komme wieder wenn der kaputt geht. Damals hatte der Verkäufer nur gegrinst und mir die Hand drauf gegeben…

… ende vom Lied, sie werden den Koffer einschicken und Deepak wird dann entsprechen

Informiert da ich ja in Deutschland sein werde.

Weiter ging es zu der indischen Versicherung. Ich sag es euch, unglaublich ist gar kein passender Ausdruck, aber mir fällt nichts treffenderes ein, was mein ersten Eindruck beim betreten des Büros besser beschreiben könnte. Das ganze Büro war übersäht mit Tausenden von umher liegenden Papierstapeln. Alle Stapel waren Versicherungsunterlagen. Einfach nicht zu fassen, ich will nicht wissen wie da nach einem Schaden die entsprechende Akte aus dem Papiergewirr wieder herausgesucht wird. Ein Mann saß am Eingang und bekam von „Trägerburschen“ immer einen großen Stapel neue Unterlagen auf den Tisch gelegt. Dort wurden sie dann in großer Zahl zusammen auf ein Holzbrett gelegt und mit einer Packbandschnur festgebunden. Anschließend wurden diese ca. 20 cm hohen Papierstapel im ganzen Büro verteilt: Boden, Schränken, Schreibtische, Stapel auf Böden, im Gang, im Treppenhaus, etc.

UNFASSBAR!!!


Tag 194: Erste erlebnisse auf dem neuen Arbeitsweg...

Ein sonniger Montagmorgen brach an. Ich hatte herrlich geschlafen in meinem neuen Prinzenheim und mir war zum Pfeifen zu mute. So stoppte ich mir eine Rikscha und fuhr fröhlich munter in Richtung Büro.
Auf dem Weg dort hin, mussten wir kurz an einer hier im Land so weit verbreiteten Bharat Petrol Gas Station halten. Oder um es in deutsche Worte zu fassen: Mein Fahrer wollte an die Tanke!

So holperten wir von der Schlaglochstraße runter über die Sandpiste, durch kleine Müllhäufen und Wasserpfützen zur Bharat Petrol Station.
Dort ließ ich meinen Blick schweifen, denn ich hatte ja nichts weiter zu tun als zu warten bis wir betankt waren.

Da fiel mir zum ersten Mal auf, was es nicht alles für Jobs an der Tankstelle gibt.

Vom zweitwichtigsten Mann, dem „Betanker“ hin zum wichtigsten Mann dem "Kasssierer", arbeiten aber auch noch "Füllstands-Messer" dort.
Ja genau Ihr habt richtig gehört! Das sind Burschen, die mit einem Riesenstab umherwanken und den Füllstand der Tanks im Tankstellenboden bestimmen. Klar, dass so ein Riesenstab ein mageres Inderlein fast umschmeißt.


Und auch ein toll bemalter „Religiöser“ LKW holperte an die Tanke.

Shiva ist in Indien ein Gott.

Auch ein augeklügeltes Ladesystem ließ sich hier an der Tankstelle beobachten...

Hier darf natürlich auch der kleine Schuljunge nicht fehlen, der auf dem Weg zur Schule bereits weitere Erkenntnisse der Physik lernt.
- Beschleunigung – Kurvendynamik – Querkräfte – aber ganz besonders viel SPASS!


So erreichte ich in herrlichem Sonnenschein und wieder mit neuen Erkenntnissen unser Büro.

Ready to work!

Tag 190: Schwimmen im Meer

Den Sonntag wollten wir dann mehr relaxt und entspannt machen. Wir entschlossen uns in das etwas weiter Entfernte Temple Bay to fahren. Dies liegt ca. 80 km von Chennai entfernt. Zu unserer Freude hatte sich Karthik mein indischer Arbeitskollege bereiterklärt uns an diesem Tag diese Gegend zu zeigen.

So holte er uns in seinem peniebelst geputzen Opel nach dem Frühstück am Hotel ab. Ganz „Indien like“, mussten wir Zwei hinten sitzen und er chauffierte uns sicher durch den chaotischen indischen Verkehr.

Den ersten Stopp machten wir in einem Industrial-Viertel, das ganz nach Amerikanischen Gesichtspunkten aufgebaut worden ist. Alle Straßen geradlinig und sauber. Die Bordsteinkanten im schwarz-weiß Muster angepinselt und herrlich künstlich angelegte Grünflächen mit unzähligen Palmen ließen ein Miami-Beach-Feeling aufkommen.

Alle Firmen die etwas von sich hielten hatten hier ihre Headquater in die sonst noch fast unberührte Natur gebaut.




Wie wir so durch diese ganzen Sträßchen fuhren die mir wie Geisterstraßen vorkamen, da hier wirklich NICHTS los war, entdeckte ich auf einem kleinen Grünstück hinter einem Firmenkomplex einen Wasserbüffel.
Automatisch griff ich nach meiner Kamera, sprang aus dem Auto und schlich mich durch das hohe Graß an die Majestätischen Wasserbüffel heran.
Das hohe Bambusgras das in diesem Randgebieten dieses größeren Sees wuchs bot einen super Schutz, der mich näher und noch näher an die Wasserbüffel brachte.









Dann ging es weiter zu dem eigentlichen Ziel. Der Temple Bay, mit einem herrlichen Lunch direkt am Meer unter einem Bambusdach versprach toll zu werden und ließ mir das Wasser im Munde zusammen laufen.

Meine Vorahnung wurde bestätigt. Es war das gleiche Luxuriöse Hotel Reddison Resort das ich bereits im März mit den ganzen Mitgliedern der VDW Symposium besichtigt und auch damals lecker gespeist hatte.



 Der einzige Unterschied der dieses Mal definitiv schöner war, war das Dietmar und ich im Anschluss an das Mittagessen noch ins Meer zum schwimmen gingen. Das Wasser war so herrlich und angenehm. Im Hinausschwimmen in den Wellen, bekamen wir immer wieder eine kleine Sandbank unter unseren Füßen zu spüren. Es war so entspannend auf diesen Sandbänken immer wieder in den Wellen zu stehen, sich treiben zu lassen und einfach die Batterien wieder aufzuladen.
Am Strand zurück, ließen wir uns von der Sonne trocknen und genossen den so leeren Strand und die Ruhe die in Indien doch nicht selbstverständlich ist.





Wir gönnten uns noch ein Käffchen am Tisch, an dem noch immer mein Indischer Kollege saß und ebenfalls die Aussicht genoss.
Dann ging es Barfuss am Strand entlang weiter, bevor wir die Tempelanlagen und Felsbrocken besichtigten die in dieser Gegend die Touristenfänger ausmachen.






 Dieser Entspannte Tag schien mich wohl größenwahnsinnig gemacht zu haben… vielleicht kam auch einfach nur der kleine Obelix in mir durch…

Auf dem Heimweg über das Land, kamen wir noch an saftig grünen Reisfeldern und Palmen vorbei, ehe wir noch die Gelegenheit bekam den Sonnenuntergang direkt vor unseren Augen untergehen zu sehen.




Rundum war es ein super schöner Tag der uns wieder die Akkus geladen hat.