BANDIPUR NATIONALPARK

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... wilde Elefanten im Fluss...

Dienstag, 9. Februar 2010

Tag 20: Matrimendir, the Soul of the City

Ein herrlicher Morgen lag über Auroville. Die Sonnenstrahlen linsten durch die Bambussträucher und zwischen den Palmenwedeln hindurch.
Die Vögel sangen fröhlich in unterschiedlichsten Melodien. Der Wind zog sanft durch die Blätter was dem ganzen ein vollkommenes Urlaubsgefühl verlieh.

Wir also raus aus dem Bett, ab unter die Dusche und rauf aufs Motorrad. Heute werden wir das unglaubliche Zentrum Aurovilles zu Gesicht bekommen. Das Matrimendir, the Soul of the City!
Das Matrimendir wurde 1968 von der Idee mit dem ersten „Spatenstich“ auf den Weg der Wirklichkeit gebracht. Wirklich fertig gestellt ist das ganze aber erst 2008.

Matrimendir symbolisiert eine neue Energie, die aus der Mitte der Erde herauskommt. Deshalb auch diese „Kugel“ die wie ein stück aus der „Erdkruste“, Symbolisiert durch die Steinrampen, heraus Bricht.

Wir wurden in kleine Gruppen von ca. 30 Leuten aufgeteilt. Danach führte uns ein netter älterer Herr auf den sandigen Wegen in Richtung Matrimendir.
Matrimendir bedeutet die Mutter der Erde.

Wir kamen dem Eingang immer Näher.

Der Weg der nun zum Eingang des Matrimendir führte war sehr beeindruckend. Bevor wir nun durch eine elegante Treppe endlich eintreten durften, mussten wir uns der Schuhe und Socken entledigen.
Die weißen Marmortreppen fühlten sich erfrischend kühl und toll an. Wir wurden auf einer ersten Ebene einmal im Kreis geführt. Alles war weiß. Weißer Marmor wo auch immer man hinsah… es war beeindruckend. Am Rand waren Bänke hinter denen weiße Socken für jeden Vorbereitet lagen. Wir mussten diese anziehen und dann waren wir prepared um das Matrimedir zu betreten. Es führte uns eine wunderschöne Treppe in den ersten großen Raum.

Diese Größe des Raumes hatte eine unglaubliche Anziehungskraft. Es war so beeindruckend, alles was wir sahen war weißer Marmor, sehr fein verarbeitet. Da die ganze Kugel von vier Hauptpfeilern gehalten wird, war an genau diesen vier Pfeilern eine leichte Vertiefung, eine Rinne, in den Marmor eingearbeitet. Der Grund dieser Rinnen war mit Gold belegt. Über diesem Gold floss Wasser die Wände hinab und lief dann in ein leichtes Sprudelbecken, das ebenfalls aus weißem Marmor bestand.

Zwei gigantische Wege die in einem Halbkreis in dem Raum emporstiegen zogen sich Spiralförmig bis zum Herz des Matrimedir hinauf. Wir durften über eine dieser „Brücken“ hinauflaufen.

Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Der Boden dieser „Brücken“ war mit weißem Teppichboden belegt. Die Seitenwände aus Glas. In dieser ganzen Kugel gibt es nicht ein Fenster, was diesem Raum eine großartige Atmosphäre verleit.

Oben Angekommen wurde uns eine große Türe geöffnet die uns in ein Raum führte der über diesem Raum Mittig von der Kugel angebracht war.

The Soul of the City.

Es war ein 12 eckiger Raum, mit 12 Säulen die einen Kreis bildeten. Es gab lediglich weißen Teppichboden in diesem Raum. In der Mitte des Raumes war ein ca. 3 Meter großer Kreis aus Marmor, auf dem der größte Kristall aus reinem Glass auf einem Gestell Präsentiert wurde.

Wir nahmen alle auf einem weißen Tuch platz, und fixierten unseren Blick auf den Kristall.
Es war ein gigantisches Gefühl, vollkommene Stille. Es war lediglich ein Loch in der Decke genau über dem Kristall vorhanden, durch das mit einem Spiegel das Sonnenlicht auf den Kristall geleitet wurde. Es war vollkommen Still. Ich konnte meinen Atem hören, spüren wie mein Herz schlug, es war atemberaubend. Wir hatten gut 15 Minuten in diesem Raum.
Ich erkannte in der Kugel alle Menschen die wir hier um diesen Kristall saßen. Es wurden alle auf dem Kopf abgebildet. Je nach Sonne und wohl einzelnen Wolken die an diesem Morgen am Himmel entlang zogen veränderte sich das Licht. Es waren deutliche hell dunkel Bewegungen und der Schatten bzw. die Schattenumrisse in der Kugel und auf dem Marmorboden zu erkennen.
Diesen Ort nennt man zu Recht, den Frieden auf Erden! Ich bekam eine Gänsehaut wie ich so dasaß, auf diesen Kristallball stierte, das Gedämmte Licht den Raum unterschiedlich erscheinen ließ und man sich selbst auf einmal unglaublich nah war. Ich hatte meine Hände übereinander gelegt, und war mir irgendwann nicht mehr sicher ob meine Hände sich nur leicht berührten oder ich sie start zusammen drücke… es war wirklich Mystisch…

Nach dem wir wieder aus dem Raum, den Weg und die Treppen hinunter gegangen waren, wurden unsere Socken eingesammelt und wir durften hinaus gehen.

Unter dem Matrimendir kam das Sonnenlicht dann wieder heraus. Nach dem es durch die Kristallkugel hindurchgedrungen war. Hier wurde es nun zum letzten mal in eine Kristallkugel geleitet ehe es dann umgeben vom Wasser allen Betrachtern eine freude bereitete.

Die Sogenannten Banjam Trees sind spezielle Bäume. Direkt neben dem Matrimendir ist dieser spezielle Baum. Er erstreckt sich über eine gigantisch große Fläche.

Die Struktur des Baumes ist recht einfach. Es wächst erst ein Hauptstramm, mit weit auslegenden Ästen. Immer wieder wächst an den weit auslegenden Ästen Wurzelbüschel vom Ast zum Boden. Sobald die Wurzel den Boden erreicht hat, wird daraus ein weiterer Stützstamm. So wächst der Baum mehr und mehr in die Fläche und hat überall stützen die diese riesigen Äste und das ganze Laub daran tragen.
Es hat mich sehr stark an Avatar erinnert. Der Baum des Lebens…

Nach diesem ergreifenden und beeindruckenden Morgen, machten wir uns nun auf den Weg zum Frühstücken.
Wieder am Beach Cafe, ließen wir uns das herrliche Käse-Omelette, ein Schoko-Crossaint, einen Cappuchino und ein große Schüssel mit gemischten frischen Früchten schmecken.

Der Strand lag direkt hinter dem Tor des Beach Cafes. So ließen wir es uns nicht nehmen nach dem Frühstück auch eine Kostprobe dieses unbeschreiblichen Indischen Ozeanes zu nehmen.
Die Sonne brannte fürchterlich. Schon allein nur das aus dem Schatten in die Sonne zu gehen, ließ die Hitze auf der Haut spüren.

Wir ließen uns nicht bitten und stürzten uns in die Fluten. Es war wunderschön erfrischend. Die Wellen waren recht beachtlich. Nach ein paar Metern waren sie bereits so stark das man mühe hatte bei auslaufenden Wellen wieder an Land zu laufen. Sie rissen mir regelrecht die Beine unter dem Hinter weg.
Es war faszinierend den Indern beim Baden zu zusehen.
Fast alle Indischen Männer/Jungs gierten und stierten auf die Europäischen Frauen die hier am Meer im Bikini lagen. Denn die Indischen Frauen gehen in kompletter Montur ins Meer. Also wirklich ins Meer gehen hier kaum welche da fast keine Inder schwimmen können wie uns später viele erzählten. Aber bis ins Knie/Hüfthohe Wellenmeer gehen sie dann doch rein. Den Sari umgebunden, eine Hose darunter, mit Schlappen und Schaal, so standen die Frauen und Mädchen in den Wellen.

Außerdem haben wir noch eine ganze Hochzeitsgesellschaft gesehen die am Meer den Tag nach der Hochzeit entspannt genoss.

Ein Inder kam an und wollte von uns beiden ein Bild machen. Er stelle sich zwischen uns und sein Freund knipste uns. Sie hatten einen Blinden bei sich, der auf dem Boden saß und sich sehr freute als wir uns mit ihm unterhielten.
Karl-Heinz wurde darauf hin direkt Interviewt. Der Blinde hatte ein großes, altes Diktiergerät in seiner Hemdtasche und schoss wie ein Reporter nach vorn. Mir viel auf das er im Vergleich zu den anderen aus dieser Reisegruppe am besten Englisch sprach.

Nach einer knappen Stunde verließen wir wieder diesen Strand. Nach einem kurzen Schwetzchen mit zwei älteren Schweizer Damen die uns ihre Geschichte vom Gestohlenen Pass und der Wiederbeschaffung berichteten. Die eine ganze Woche in Indien in Anspruch nimmt, machten wir uns wieder auf den Weg in eine Komune.

Laut dem Programmheft sollten hier heute Nachmittag Brasilianischer Gefängniskampf betrieben werden. Dieser Kampf wird Capoeira Camara genannt.
Ein paar unglaublich gut durchtrainierte Typen, braun gebrannt und sehr relaxt vertrieben sich dann damit den Nachmittag. An dem ich sehr gefallen fand während wir im Schatten auf einer Mauer saßen und ihnen zusahen.

Diesen naturverbundenen, entspannten Tag ließen wir dann bei einem gemütlichen Abendessen in einem der umliegenden Dorflokale ausklingen.


Karl-Heinz brachte mich noch an den nächsten Tuc-Tuc stand und wir verabschiedeten uns.

Ich machte mit dem Tuc-Tuc Fahrer 200 Rpn aus und er startete die kleine Rikscha.
Dummerweise endete die Fahrt schon nach wenigen Minuten. Er fuhr auf eine Seitenstraße, sprang aus dem Tuc-Tuc und war weg. Nach einigen Minuten des Wartens stieg ich aus um nach dem Fahrer zu sehen, doch keine spur. Da ich etwas unter Zeitdruck stand, machte ich mich also auf den Weg, aus diesen kleinen Straßen zurück zu den nächst größeren. Nach ca. 10 Minuten hatte ich dann wieder ein Tuc-Tuc-Fahrer. Dumm war nur das er nicht ein Wort Englisch sprach… so sagte ich ihm ca. 10 mal: Pondichery ehe er dann Kopfschüttelnd losfuhr. Als wir an einem größeren Shop in Pondichery vorbeikamen signalisierte ich Ihm, dass er anhalten soll. Was er auch tat. Ich lief zu dem Laden, zeigte dem Verkäufer mein Ticketblatt und fragte Ihn ob er wüsste wo ich da hin muss. Er schien sich gut auszukennen. So bat ich Ihn mit zu meinem Tuc-Tuc-Fahter zu kommen und ihm bitte den Weg zu erklären. Schließlich wurde ich langsam Nervös!!!
Ich stieg ein und es ging weiter… doch an der Stelle an der er mich aussteigen lassen wollte war weit und breit nichts von meiner Transportgesellschaft zu sehen.
Das einzige Schild was weit und breit zu sehen war, war Indian Travel. Ich jedoch sollte mit International Sangita Travel befördert werden…
In dem Indian Travel Shop sagte man mir dann das Sangita Travel das Büro heute geschlossen hat, und das Indian Travel nun die Befugnis hat den Reisenden zu sagen wo sie warten sollen. Sie gaben uns aber kein Ticket und auch darüber das der Bus den wir gebucht hatten heute nicht fahren würde sonder sie einen lokalen Stadtbus für die Fahrt einsetzten hätte nichts mit ihnen zu tun. Die ganzen Mitfahrer waren außer sich. Wir haben 750 RPN bezahlt um ein wirklich Luxuriösen Sleeper Bus zu bekommen. Meine Fahrt hier her war deutlich billiger… und nun sollten wir in einem „public trevel city bus“ nach Hause gefahren werden. Die Leute schrien wild umher, Riefen die Hotline an, und den Ausdrucksweisen der Indischen Wörter nach war das keine Lustige Unterhaltung.
Einige riefen sogar die Polizei. Als diese eintrafen um etwas Klarheit und wieder etwas Ruhe hinein zu bringen, kamen die Ernüchterungen… wir könnten mit aufs Polizeirevier kommen, um dort eine Aussage abzugeben, und eine Anzeige gegen Sangita Travels zu machen. Jedoch wies uns der Nette Polizist gleich darauf hin, dass dies nicht unter 2 Stunden gehen würde. Wir uns daher nun Entscheiden müssten, was uns wichtiger sei. Eine Anzeige zu machen und vermutlich vergebens auf irgendeine Entschädigung zu hoffen oder aber einfach in den sauren Apfel zu beißen und Morgen früh wieder in Bangalore zu sein.
Währen das nur Ausländische Touristen gewesen, hätte ich gesagt das es ein abgekartetes Spiel gewesen wäre. Jedoch waren gut ¾ der Reisenden Indische Leute aus Bangalore. Sie schnauzten dann den Busfahrer und die Gepäckhilfen ordentlich zusammen.
Rehish und Harza zwei Indische Jungs meines Alters waren unglaublich wütend. Denn auch Sie mussten Morgen wieder Arbeiten. So beschlossen wir am Straßenrand und noch ein Bierchen zu gönnen um dem Übel etwas freudiger entgegen zu blicken.
Ich machte die ganze Nacht kein Auge zu und war froh als ich in aller Früh im Apartment in mein Bett viel.

Montag, 8. Februar 2010

Tag 19: Aufbruch nach Auroville

Ein neues Abenteuer beginnt. Ich habe mir vorgenommen das Meer zu sehen. Außerdem hatte ich mit Karl-Heinz letzte Woche schon ausgemacht, dass ich ihn noch mal hier in Indien besuchen komme werde. Wir hatten uns ja auch ganz spontan im November in Pune getroffen. Wie hätte es besser gepasst, Ihn am Meer zu besuchen…

So habe ich mir ein Busticket gebucht und bin vom Apartment los zum Internationalen Busbahnhof Bangalores.

Auf dem Weg dort hin bin ich durch ein unglaublich armes Viertel gekommen. Es erinnerte mich stark an die Viertel die ich bereits gesehen hatte, aber es kam mir so vor wie wenn es hier noch schlimmer wäre. Diese Viertel liegen um den K R Markt. Somit habe ich ein neues Ziel für einen Tagesausflug.

Am Abfahrtssteig angekommen, erstaunten mich die umherstehenden Busse. Alles Long-Distance Busse über Nacht. Die sogenannten SS (Super Sleeper) Busse. Auf all diesen Bussen wurden riesige Mengen an Material auf die Dächer geladen. Kisten, Körbe, Gemüse, Säcke, Stroh, etc. Es sah merkwürdig aus, wie diese überaus voll Beladenen Busse diese chaotischen Straßen verließen.


Nach etwas Wartezeit durfte ich dann auch durch mein Gate und in den Bus.
Ich konnte es mir nicht wirklich Vorstellen was da jetzt wohl unter Sleeper Bus begegnen würde.

Mir blieb der Mund offen stehen als ich in den Bus trat. Die ganze rechte und linke Seite war mit klitze kleinen Kabinen versehen. Jeweils zwei übereinander. Mein Ticket sagte mir 17 L D, was soviel aussagte wie: Reihe 17, linke Seite, untere Kabine.

In der Mitte des Busses waren noch einzelne Sitze angebracht auf die wohl die Leute mit den günstigeren Tickets sitzen mussten.

Ich will mal nicht behaupten das ich KLEIN bin, aber doch ja ich bin nicht gerade Groß… und dennoch habe ich in dieser Kabine kaum Platz gehabt. Sie war ca. 40 – 50 cm breit. Hatte eine Schaumstoffmatratze von ca. 2 cm dicke die auf einem Brett lag, was sehr Angenehm war… um nicht zu sagen Purer LUXUS!!!

Da ich etwas schiss hatte was meine Liegeposition anging. Ich hätte mit dem Kopf in Fahrtrichtung gelegen. Dachte ich mir, um Himmels willen, wenn der wo drauf fährt, schließlich liegen 8 Stunden Fahrt durchs Land auf beschissenen Straßen vor uns, ist mein Genick ab wie nix und das war es dann. Verendet in einer Sleeperkabine im NIRGENDWO…

Deshalb entschied ich mich mit den Füßen nach Vorne hinzu legen. Meinen Rucksack legte ich auf ein kleines wackeliges Brett, eigentlich über den Füßen, jetzt jedoch über meinem Kopf.

Nach dem die Passagiere alle Ihre Kajüten bezogen hatten, ein herrlicher Duft in der Luft lag, da alle ihre Schuhe in dem Gang stehen hatten, auch die Matratze sicherlich nicht häufiger als einmal im Jahr gereinigt wurde, ging die Fahrt los. Raus aus Bangalore, in die dunkle Nacht Indiens.

Wie gesagt Kabine 17 war die letzte im Bus. Sie lag ca. 2 Meter hinter der Hinterachse des Busses. Weshalb ich auf den Folgenden 8, 5 Stunden fahrt nicht ein Auge zubekam. Der Rucksack flog allein 3 Mal auf mich während wir noch auf den halbwegs guten Straßen in Bangalore waren weil der Busfahrer derart Bremsen musste. Deshalb entschloss ich mich dann auch den Rucksack lieber gleich neben meinen Kopf zu legen. Somit verringerte sich meine Kopffreiheit von großzügigen 50 cm auf knapp die Hälfte. Ich legte das Handtuch das ich dabei hatte auf diese Matratze um mit meinem Gesicht nicht direkt auf dieser liegen zu müssen.

Stunde um Stunde in der ich mich wie ein Fisch in einer Konservendose fühlte zog die Zeit an mir vorbei. Ohne das ich auch nur im geringsten Schlafen konnte. Da diese Kajüte auch nicht lang genug war das ich meine „langen“ Beine ausstrecken konnte, winkelte ich sie auf dem Bauch liegend an, und lehnte sie an das Trenn –Brett zur nächsten Kajüte an.

Auf den Straßen die uns nach Pondichery führten waren derartige Schlaglöcher das ich teilweise mit meinem ganzen Körper kurzzeitig von der Matratze abhob. Mir kam es vor wie eine schlechte Achterbahn im Liegen die nicht enden will. Aber ich war froh, dass sich zumindest die Übelkeit nicht stark merkbar machte.

In Pondichery angekommen, scharrten sich gleich Massen von Tuc Tuc-Fahrern um uns. Sie rochen alle das große Geld, Touristen, Inder die sich Lokal auch nicht auskannten und kein Tuc Tuc hatte ein Meter. Also die besten Vorraussetzungen um orientierungslose, fertige Besucher und Touristen ausnehmen zu können.

Karl-Heinz hatte mir schon gesagt, dass eine Fahrt von Pondichery nach Auravill 180 Rpn kosten würde. Ich staunte also nicht schlecht als die Preisverhandlung bei 500 RPN los ging.

Nach mehrfachen hin und her, einsteigen in die Rickscha und wieder Aussteigen, konnte ich mich dann endlich mit einem auf 200 RPN einigen.

Es war eine unglaublich tolle Fahrt. Sie ging schnell aus der Stadt und auf kleine, braun-rote Sandpisten. Die Wälder und Vegetation am Pistenrand wurde zunehmen dichter und hatte mehr und mehr von einem Jungel.

Am Visitor Centre Aurovill angekommen machte ich mir erstmal ein Bild von diesem Ort während ich auf Karl-Heinz wartete,der mich mit seiner Rojal Enfield abholte.

Dann hörte ich auf einmal das unverwechselbare Knattern einer Enfield die durch die traumhafte Stille in der ferne zu hören war.

Ich lief zurück auf die rot-braune Sandpiste, spähte in der Morgendämmerung auf den Weg, woher ich das Geräusch vernahm und zückte den Foto.

Es war einfach ein tolles Gefühl ihn hier zu treffen. Strahlend und lachend begrüßten wir uns.

Dann ging der Ride auf dem Motorrad los. Wir fuhren zum Matrimendir, dem Herz von Auraville.
Nun kam das worauf ich mich schon sooooo lange freute. Meine erste Fahrt allein auf einer echten Enfield. Es war so geil!


Auf dem Weg zu seinem Haus kamen wir durch ein kleines Dorf. Wir mussten Tanken. Wie tankt man eigentlich in Indien???

Neben diesem Gemüse, Zigaretten, Tankstellenladen, gab es ein Motorradverleih. In diesen steuerten wir gleich mal rein. Denn was ist ein Mann in der Wildnis ohne ein Motorrad? Auf jeden Fall kein richtiger Cowboy!

Für schlappe 100 RPN bot mir der Händler eine Kawasaki an. Ich versuchte noch nicht mal den Preis mit ihm zu verhandeln. Ich meine wo bekommt man schon ein Motorrad für 1,2 Euro am Tag ausgeliehen… nur in Indien.

Wir also ums Haus, auf den Bock, Schlüssel ins Zündschloss und zurück zum Tankstellen Laden, schließlich hatte auch mein „Pferd“ „Hunger“.

Dann steuerten wir durch den Jungel zur Bleibe von K.-H. Es war ein unglaublich befeiendes Gefühl, der Wind wehte einem durch die Haare, das T-Shirt flatterte im Wind, während die Vögel zwitscherten und ich wie im Wilden Westen in der Staubwolke von Karl-Heinz über den Sand peste.

Nach einer kurzen Dusche, dem bestaunen seiner Behausung und einem gemütlichen Tee auf der Terrasse mit Blick auf Bambus, Kakteen, Palmen machten wir uns auf zum Beach Cafe um richtig gut zu Frühstücken.

Um sich in Auravill frei bewegen zu können und auch zutritt zu den ganzen interessanten Bauwerken etc zu haben muss man im Visitorcenter einen Film über Auraville und den Gedanken der dahinter steht ansehen.

Wir sahen uns sowohl den langen als auch den kurzen Film an.
Es war beeindruckend.
Auroville ist eine Komunity die 1968 gegründet wurde. Es wurde damals die Indische Verfassung extra für dieses Projekt geändert. Hintergrund war der, das der Gedanke sagt: Auravill mit allem was darauf gebaut wird und entsteht gehört nicht einzelnen Menschen, sonder der MENSCHHEIT im Allgemeinen. So kann man nach einigen Regeln vom Gaststatus über den Neuling –Status schluß endlich zum Aurovillianer werden.

Damit hat man dann das Recht ein Grundstück zu erwerben, ein Haus darauf zu bauen und darin zu leben. Es gehört einem dann weder das Grundstück, noch das selbstbezahlte Haus, jedoch hat man Lebenslanges Wohnrecht darauf und dieses Wohnrecht kann auf die Kinder weitergegeben werden.

Aktuell leben in Auravill auf 20 Quadrat Kilometern rund 2000 Menschen in kleinen Komunitys aus 45 Ländern zusammen. Ziel ist es irgendwann bis zu 50.000 Menschen in Frieden hier leben zu haben.
Jetzt bekamen wir einen Besucher Pass, der es uns ermöglichte näher an dieses tolle Monument was wir schon in der Morgendämmerung gesehen hatten anschauen durften.

Nach dem wir uns nun das Gigantische Matrimendir aus der näheren Perspektive betrachten konnten machten wir uns einfach ein bisschen auf, um durch die Komunen zu fahren, einen besseren Eindruck von Auraville zu bekommen. Unser nächstes Ziel war ein super Cafe auf dem Dach der größten Kantiene die für bis zu 200 Menschen Mittagessen kocht. Das unglaubliche daran ist, das diese Kantiene einzig und allein durch einem Spiegel auf dem Dach durch die Sonnenstrahlen mit Energie versorgt wird.


Abends sind wir dann lecker zum Italiener gegangen bevor wir in eine weitere Komunity sind um uns dort einen japanischen Artisten anzusehen der eine STONE Performance dargestellt hat. Es war unglaublich gut. Seine Assistentin hat unglaubliche Töne und Klänge aus den Per Cashion gezaubert. Bambusstücke, flache Steine, Wasser, Muscheln, Rasseln, Kinderspielzeug und und und ergaben eine fantastische Untermalung zur körperlichen Darstellung des Japaners.


Ein solch wunderbarer Tag, konnte ja nur mit einem weiteren Abenteuer enden… den mein Motorrad machte auf dem Heimweg schlapp. Auch nach unzähligen versuchen das Bike wieder zum laufen zu bringen rührte sich nichts im Geringsten…

So schob ich den Bock in das Feld zur meiner Linken, stieg auf die zuverlässige Enfield und fuhr mit Karl-Heinz durch die Dunkelheit zum Haus zurück.

Diesen herrlichen Abend, ließen wir über unseren Büchern ausklingen.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Tag 18: Die Arbeit holt mich ein

Heute ist fast schon wieder eine ganze Woche vergangen. Es ist Freitag und ich bin die ganze Woche nicht dazu gekommen irgendwas zu erleben oder zu entdecken und raus zu gehen das ich euch irgendwas berichten könnte.
Fakt ist, dass die Arbeit stark zugenommen hat, ich mehr und mehr Projekte auf meinem Schreibtisch liegen habe um dich ich mich kümmern muss. Worunter der Blog etwas gelitten hat und auch in Zukunft etwas kürzer kommen wird.
Ich kann euch nur soviel sagen das ich heute übers Wochenende nach Pondicherry ans Meer fahre. Das liegt östlich von Bangalore aus gesehen, ca. 800km entfernt. Für indische Verhältnisse "Just a piece of cake!"
Somit werde ich euch dann am Montag wieder mit schönen Bildern der Sandstrände, des blauen Himmels und meiner einer in braun gebrannter Form präsentieren können!
Ich wünsche euch allen auch ein schönes Wochenende! Lasst es euch gut gehen!
Viele Grüße, Tobi

Montag, 1. Februar 2010

Tag 13: relaxen und genießen...

Heute ist Sonntag. Ich habe mir endlich mal wieder eine ordentliche Mütze Schlaf gegönnt und bis um 10 Uhr geschlafen. Heute ist einfach mal "Nichts Tun" an der Reihe. So stehe ich gemütlich auf, tappe an den Frühstückstisch und genieße bei herrlicher Sonne mein Kaba und Omelette.
Danach beschließe ich mich dem zu widmen was ich schon längst tun wollte....

Wille hat mir ein Buch mit nach Indien gegeben. The white Tiger. Es beschreibt die wahre Geschichte Bangalors. Gespannt und fröhlich nehme ich mir einen Stuhl, gehe auf die Dachterasse und beginne im Schatten der Palmen mit dem Lesen. Es dauert nicht allzu lang, da stehe ich doch nochmal auf um mir mein Englisch/Deutsch Wörterbuch aus dem Zimmer zu holen, denn ich will auch wirklich alles Verstehen.


Nach gut 2 Stunden des Lesens, zusehen wie die Eichhörnchen über die Dachmauer springen, die Palmen rauf und runter, lege ich mich der Länge nach auf den Bauch um die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren.

Das ganze halte ich so gut bis um 1 halb 2 aus, dann wird doch wieder der Unruhige Zigeuern in mir wach und ich muss nochmal raus auf die Straße ins indische Leben.

Als ich in mein Zimmer runter komme, bietet sich mir ein Anblick der warscheinlich die meisten Männer an Zuhause und an die Mutter erinnern wird. Sofern es die Mütter früher sehr mit der Sauberkeit und Ordnung und vorallem mit dem Bügeln hatten.

Ich erkunde einmal mehr neue Seitensträßchen und Gässchen in diesem Viertel. Lerne wieder neue Menschen und Geschichten kennen.


In diesem Sinne wünsche ich euch auch einen schönen und entspannten Sonntagnachmittag!