BANDIPUR NATIONALPARK

BANDIPUR NATIONALPARK
... wilde Elefanten im Fluss...

Mittwoch, 7. April 2010

Tag 67: Ostersonntag

Auch Heute war frühes Aufstehen angesagt. Ich arbeitete an den Präsentationen weiter und entschloss mich mein heutigen Nachmittags walk in die entgegengesetzte Richtung auf den Markt zu machen. Ich wollte mal wieder Aktion erleben.

Auf dem Weg dort hin kam ich an einem ausgedienten Krankenwagen vorei.


Und ein Stückchen weiter blieb ich dann beeindruckt an einer Straßen Tuck-Tuck Reparaturwerkstatt stehen.


Zu meinem Erstaunen entdeckte ich ganz neue Gässchen und einen versteckten Fleischer-Markt.
Als ich das letzte Mal hier war hatte ich lediglich zwei kleine Garagen von Hühnerschlachtern gesehen und zwei kleine Läden in denen Fische verkauft wurden.

Doch heute entdeckte ich eine ganze Ladenstraße in der ein Hühnerschlachter am anderen war. So gesellte ich mich gut eine halbe Stunde vor einen dieser Läden die am meisten Umsatz zu machen schienen.

Wie ich also so am Eingang stand, und mir die armseligen Hühner die kaum noch Federn hatten ansah, entdecke ich in der Ecke an der Hauswand hinter den Käfigen einige tote Hühner…??? Wieso hat ein Hühnermetzger tote Hühner auf der Straße vor dem Laden liegen?
Aber dieser Frage kam ich schnell auf den Grund. Bei der ca. 37 Grad herrschenden Sommer Temperatur hechelten die Hühner nur so um ihr Überleben.
In der geschlagenen halben Stunde gaben ca. 5 oder 6 Hühner bereits ihr Leben auf, bevor es der Metzger ihnen hatte streitig machen können. Alle paar Minuten kam ein kleiner Junge, mit einer schwarzen Sonnenbrille und einem Wassereimer, spritze die zerflederten Hühner ab, und kontrollierte mit dem Zeigefinger bei den Hühnern die bereits fast regungslos im Käfig lagen ob sie noch auf piesacken reagierten. Die diese sich kaum noch regten wurden rausgeholt und in ein offenen Käfig direkt am Eingang gepackt. Das waren die Hühner die der jeweilig nächste Kunde bekam. Vermutlich um den Schwund kleiner zu halten als er sonst gewesen wäre.
Die Hühner die ihrem Zweck, irgendeine Familie heute Abend satt zu machen, nicht mehr nachkommen konnten, wurden aus dem Käfig gefischt und in die Ecke auf den Haufen geworfen.

Der Blick in den unteren Käfig der Hühner, ist wohl offensichtlich, dass die Hühner nicht mehr lange durchhalten werden…

Man musste nicht lange warten bis eine Ratte nach der anderen aus den Löchern herauskamen und teilweise ganze Hühner an den Füßen hinter sich her in die Löcher zogen. Diese Löchern waren so groß das die Hühner hätten dort fast aufrecht hineinlaufen können. Alle dieser Löcher führten unter den Gehsteig vor den Läden. So wundert es auch keinen, dass wenn man in die Spalten zwischen die einzelnen Gehsteig Platten in den Kanal sieht ein reges Leben an Ratten stattfindet.

Eines der Hühner hatte wohl keine Lust vom Metzger erlegt zu werden und sprang in einer unbeobachteten Sekunde aus dem offenen Käfig und huschte in eines der Löcher in denen die Ratten ein uns aus gingen.
Nur eine kurze Zeit sah man den Rot-Weißen Kopf des Huhnes noch zwischen den Platten hin und her huschen, ehe nach einem kurzen Gegacker ruhe herrschte.
Vermutlich hatten die Ratten dem Eindringling den gar ausgemacht…

Dienstag, 6. April 2010

Tag 66: Ostersamstag

Es ist also Ostersamstag. Heute habe ich nicht so viel erlebt. Ich musste noch einiges für unsere Kundentermine am Montag und Dienstag erledigen. Folglich bin ich heute nur auf einen kleinen „Spaziergang“ durch Malleswaram gekommen.
Es wird heute wohl mal wieder eine Anekdote an meinen lieben Onkel Daniel.

Die zwei Hauptmerkmale die mir heute vor die Linse gekommen sind, waren die Müllmänner bei Ihrer Arbeit und ein weiterer Kadaver der von den Raben zerfleischt wurde…

Wie ich also so durch Malleswaram in Richtung Bahnhof lief, denn ich wollte mich mal wieder dort umsehen wie weit die Frauenarbeit die neue Brücke voran gebracht haben.

Als ich auf dem Weg dort hin die Müllmänner bei Ihrer Arbeit sehe! Ein großer Kipp-LKW voll mit widerlich stinkendem Müll hielt am Straßenrand an, einige saßen oder standen in dem Müll auf der Straße. Andere wiederum saßen in dem Müll auf dem LKW und so luden Sie von einem Müllauto den ganzen Müll auf die Straße, durchwühlten Ihn und was nicht mehr brauchbar war, wurde auf den größeren Müllkipper geladen. Teilweise mit den bloßen Händen. Da soll doch noch mal einer sagen:

Unsere Müllmänner hätten einen widerlichen Job…

Weiter auf der 11ten Main Road, in Richtung Bahnhof, lief ich unter einem krummen Baum längs. Wie ich so aus dem Schatten des Baumes heraus trete und einen weiteren Schritt mache, faucht mich ein Rabe an. Ich bin erst mal richtig erschrocken, wer rechnet schon damit das einen ein Rabe der am Boden sitzt auf einmal losfaucht…

Bei genauerem Hinsehen verstand ich dann auch warum.

Er hatte sich eine Ratte ergattert in die er wie wild ins Genick hackte und richtige Fleischstückchen herausriss…

Da ich gerade wirklich keinen Appetit hatte, überließ ich das zarte Stück Nackenfleisch dem Raben, der sich an diesem Festschmaus ergötzte.


So erreichte ich schlussendlich den Bahnhof, und ich staunte nicht schlecht was die Arbeiter innerhalb der letzten 4 Wochen alles erschaffen hatten.
Der Übergang war komplett fertigbetoniert, ich möchte nicht wissen wie viele Kopfschalen an Beton die Frauen dafür in die Form kippen mussten…

Aber nicht nur die Brücke hatten Sie errichtet, auf beiden Seiten der Brücke hatten Sie eine riesige Stahlkonstruktion in die frühere Müllkippe gestampft.

Wie die Wilden waren Sie daran in schwindelnden Höhen die Eisenträger, Rohre und Platten fest zuschweißen. Man berücksichtige dass die Arbeiter die Schweißten, teilweise auf einem einzelnen Rohr ca. 5 cm mit Durchmesser saßen. Barfuß nur in Hose und T-Shirt und in dieser schwindelnden Höhe ohne Schutzbrille, Helm oder Handschuhe die Träger zusammen hielten mit der einen Hand und mit der anderen Hand die Schweißnaht setzten. [ 2. Bild]

Es blinkte und funkte vor lauter umherfliegender Schweißfunken nur so auf der ganzen Baustelle…

Nach dem ich diesem Treiben gut eine halbe Stunde beiwohnte entschloss ich mich zurück zum Appartement zu begeben und an meinen Präsentationen weiter zu Arbeiten.

Freitag, 2. April 2010

Tag 65: Happy Easter

Schon wieder ist eine Woche vergangen. Es gab viel zu tun, in der Firma, so habe ich das Gefühl, wird es von Tag zu Tag mehr was ich machen soll oder um was ich mich noch kümmern muss… Habe das Gefühl das 60 bis 70 Stunden weg sind wie nix.

Wie dem auch sei, so ist das Leben.
Heute am Karfreitag, ist doch heute...???.. haben hier in Indien zwar auch alle Frei, doch da mein Chef am Montag mit mir nach New Dehli fliegt und ich noch einiges in die Präsentationen gepackt haben will, hieß es auch heute ran an den Computer.
So habe ich mich den Vormittag mit den Änderungen rumgeschlagen.

Um zehn Uhr klingelte es an meinem Appartment und Rajesh kam mit seiner kleinen Tochter vorbei, um mir eine Schachtel Schoko-Pralinen vorbeizubringen.


Fand ich echt ne tolle Geste von Ihm. Während mir Rajes einiges erzählte, habe ich versucht ein bisschen mit seiner schüchternen Tochter zu flirten, wobei Sie sich mehr hinter dem Papa versteckt hat. Naja was will man erwarten von einer 6 oder 7 Jährigen die vermutlich noch nicht so oft Kontakt zu einem weißen Menschen gehabt hat. Immerhin hat Sie mir zur Begrüßung und beim Verabschieden ihre kleine Hand hingestreckt und mit eingezogenem Hals nur gegrinst.


Den Nachmittag habe ich mir dann noch „Frei“ genommen. Nach dem ich dank der neuen Medien am Osterfrühstück bei den Grafs teilnehmen konnte, was sehr lustig war, entschloss ich mich den schönen Nachmittag, mit meinem Buch auf dem Dach des Appartments zu verbringen.l So habe ich mich bei herrlichem Sonnenschein,

und ca. 36 Grad in die Geschichte vertieft..


Danach saß ich noch etwas auf dem Dachvorsprung des Appartments der vor zu Straße Zeigt und habe das tun und treiben auf er Straße beobachtet. Das ist echt wie Urlaub, einfach hinsitzten, die Beine baumeln lassen und genießen bzw. Beobachten was so alles auf der Straße abgeht...

Jetzt werde ich mich mal unter die Dusche begeben, mich für das Abendessen langsam mal fertig machen und dann gehe ich heute Abend zum 1. mal raus zum

Internationale Leute treffen und a bissle Feiern.
Bin über den Simon, einen Schweizer der mit seiner Frau hier lebt, schätzungsweise mein Alter an den BEC gekommen. BEC steht für Bangalore Expriorate Club, also ein Club der für alle nicht Inder ist die fest in Bangalore leben. Da habe ich mich gestern angemeldet und bin jetzt mal gespannt wie meine Erste Easter-Party von diesem Club aus wird.
Ich werde es euch dann vermutlich morgen berichten…

Ich wünsche euch allen frohe Ostern und ein erholsames und schönes Wochenende!
Nicht vergessen raus in Garten zu gehen und die Eier zu suchen! Ich hoffe Ihr findet all die Eier die ich euch im Garten versteckt habe…

Viele liebe Grüße, euer Tobi

Tag 60: Election

Nach den Anstrengenden zwei Wochen die ich hinter mir hatte, war ich mal wieder Über ein Wochenende froh an dem ich nicht viel zu tun hatte.

Es standen mal wieder Wahlen in Bangalore an. Gut dachte ich mir, wenn Juckt´s mich nicht! Pustekuchen. Wenn in Indien Wahlen sind bedeutet dies es gibt einen

Tag vor der Wahl, am Wahltag und einen Tag nach der Wahl KEINEN ALKOHOL...

Ja so ist das hier in Indien.

Aber damit konnte ich auch gut leben, ich hätte mich nur mit meinem Schweizer treffen wollen und mit dem BEC Club, dem Bangalore Exprirate Club, doch dieser hatte

das Trefen bzgl. dem Alkoholverbot abgesagt.

Da hier in Indien wohl auch sehr gern beim Wählen beschissen wird, bekommt jeder der seinen Wahlzettel in die Urne schmeißt eine Makierung. Das heißt das mit

einer Nadel die in einem Korken steck, die widerum dann in schwarze Tinte getaucht worden ist, einem über den Nagel der rechten Hand in den Zeigefinger gepickst

wird. Man hat dann über das Wahlwochenende einen Dunklen Fleck! Ich würde mal behaupten das ist die Urmetode des Tatoowierens.

Meinem Arbeitskollegen haben Sie die Nadel wohl etwas heftiger in den Finger gerammt wie es vorgesehen war...

Nur gut das wir in Deutschland einfach nur auf einer Liste ausgetragen, bzw. abgehackt werden.

Auf das die Wahlen gut ausgetragen worden sind...

Mittwoch, 31. März 2010

Tag 58: Ein Tag der Indien nicht besser beschreibt…

Weil ich bereits um 5.55 Uhr am Morgen meinen Flieger von Pune nach Chennai bekommen musste, hatte ich extra darum gebeten einen Wake-Up-Call vom Hotel zu bekommen. Dieser sollte mich auch sicher um 4 Uhr in der Früh wecken.
Genauso wie ich darum bat das Frühstück um viertel nach 4 aufs Zimmer zu bekommen.
Vorsichtshalber habe ich mir auch mein Handy gestellt. Was sich später auch als Sinnvoll erwies. Denn der Wake-Up-Call blieb aus… so schreckte ich viertel nach Vier hoch als mein Handy klingelte.
Ich machte mich fertig und nach dem es bereits 4.20 Uhr war und auch noch kein Frühstück ins Zimmer gebracht worden ist, lief ich Hinunter an die Rezeption.

Ich beschwerte mich erstmal bei den Herren hinter der Rezeption wieso sie mich nicht weckten und wieso ich bis jetzt noch kein Frühstück bekommen hatte.

Ich hatte auch gestern darum gebeten mir ein Taxi um 4.45 Uhr zu organisieren. Nun zweifelte ich auch daran, dass dies wohl auch nicht funktioniert hatte… Deshalb ließ ich mir die Taxinummer geben und rief selbst dort an.
Glücklicherweise hatte wenigstens das hingehauen.

Ich sagte das ich jetzt gleich Auschecken möchte, er mir also die Rechnung fertig machen sollte und dann sofort in der Küche anrufen soll das Sie mir das Frühstück fertig machen.
Denn das hatte er auch vergessen… Schlamperladen!!!

So gab ich Ihm meine Zimmer-Schlüssel-Karte und er machte die Rechnung fertig die ich auch gleich bezahlte.

Als ich nun wieder hochgehen wollte und um die Schlüssel-Karte bat, sagte er ich solle einfach gehen alles sei erledigt.
Guter Mann, ich brauche die Schlüssel-Karte um in mein Zimmer zu kommen… arrr ich spring gleich aus der Hose!!!!
No Sir everything is fine, you can go!
NEIN gar nichts ist fine!!!
Ich brauche die Schlüssel-Karte! Mit einem etwas wütenden Blick und einem ausgestreckten Finger der auf die Schlüssel-Karte zeigte verstand er endlich wo das Problem war!

Sorry Sir, very Sorry Sir for all mistakes!!!

So ging ich wieder Hoch auf mein Zimmer um auf das Frühstück zu warten… und zu warten und zu warten bis es dann 4.40 war.

Während des Wartens konnte ich wenigstens den Sonnenaufgang beobachten…


So aber jetzt reichte es wirklich!

Ich packte meinen Koffer und die Laptop – Tasche und marschierte wieder Hinunter!

Mit einem breiten Grinsen frage er mich ob jetzt alles fine sei???
Da schnauzte ich Ihn an das bis jetzt noch kein Frühstück gekommen sei und dass ich jetzt ganz trilli pappi 3 Bananen haben möchte um wenigstens irgendwas mitnehmen zu können um nicht zu verhungern…

Er spurtete selbst los. Kurz bevor er wieder zurück kam, lief ein total verschlafener Hotelboy mit meinem Frühstückstablett in die Eingangshalle…

Und schon kamen meine Bananen, die ich mir schnappte und direkt ins Taxi hüpfte.

Meine Herrn das war zuviel am frühen Morgen.

So brachte mich der Taxifahrer bei einsetzendem Sonnenaufgang zum Flughafen. Dort angekommen kam auch gleich ein Kofferträger-Boy der sich rührend um meinen Koffer kümmerte.
Sicherheitscheck für die Koffer wird hier immer gemacht bevor man den Koffer am Schalter aufgibt. Der Koffer-Boy nahm also meinen Koffer und reihte sich in die Schlange der Koffer-Boys ein während ich mich an meinem Schalter anstellte.
Kurz bevor ich dann an der Reihe war, rief mich der Sicherheitsmann aus der Reihe zurück zum Koffer Sicherheits- Check. Ich solle meinen Koffer aufmachen es sei etwas Verdächtiges auf dem Monitor zu erkennen.
Das Verdächtige wie sich später herausstellte war meine Digitalkameras… schönen Dank auch, denn jetzt konnte ich mich wieder in die lange Reihe des Ticketschalters einreihen… arrrr….

Irgendwann war auch ich dran und so durfte ich meinen Koffer aufgeben und bekam mein Ticket ausgehändigt. Es war nun schon recht spät, noch 30 Minuten bis Abflug. Ich hatte noch keine Sicherheit und Passkontrolle hinter mir, was mich etwas nervös werden ließ.

Gut 10 Minuten später war ich dann auch fast am Sicherheitspunkt angekommen. Ich also alles was ich hatte in meine Laptop-Tasche gepackt, mein Jackett ausgezogen und mich in die nächste Reihe der Wartenden eingereiht um durchleuchtet zu werden…

Meine Laptop-Tasche war schon lang gescannt und lag auf einem riesigen Haufen hinter der Scheibe mit all den anderen Laptop-Taschen als ich an der Reihe war mich scannen zu lassen. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen….. SCHEIßE, hier in Indien benötigt man immer den Bordingpass um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Denn nach dem man kontrolliert ist wird das mit einem entsprechenden Stempel auf dem Ticket vermerkt.
Nur leider war mein Ticket in der Laptop-Tasche die schon auf der anderen Seite der Absperrung war. Bis ich jetzt einem umher stehenden Sicherheitsmitarbeiter klarmachen konnte wo mein Problem war, vergingen wieder gut 5 Minuten.
Endlich hatte mich einer verstanden und wühlte sich also durch die Taschen bis ich ihm ein Zeichen gab das dass die richtige Tasche war. Wie ein hungriger Affe in einer Mülltonne nach Essen sucht, durchsuchte er meine Tasche nach dem Ticket.
Als er dieses dann endlich in den Händen hielt, kam er zu mir überreichte mir das Ticket und sagte mir mit einem grinsen ich solle mich in die Reihe stellen und endlich den Sicherheitscheck machen. Denn mein Flieger würde gleich gehen… schönen Dank auch!

So kam ich dann doch noch durch den Sicherheitscheck. Bekam mein Stempel auf das Ticket. Man band ein weiteres Gummiband mit Zettel um meine Laptop-Tasche das jeder sah, dass auch diese durch den Sicherheits-Checkpoint durch ist.
Ich stopfte mein Notebook, und sonstiges was von mir umher lag in die Tasche, und rannte einfach nur los um noch rechtzeitig ans Gate zu kommen.

An dem Gate wurde ich gescannt. Puh dachte ich, jetzt nur noch in den Flieger, ich bin so gut wie an Bord…

Doch es kam anders. Als ich gerade den Ausgang passieren wollte um auf das Rollfeld zu laufen auf dem das Flugzeug wartete bemerkte der Sicherheitsmann, dass meine Plakette an der Laptop-Tasche fehlte. Es interessierte Ihn nicht die Bohne, dass die Angestellten bereits heftig mit den Händen signalisierten, dass wir drei letzten uns beeilen sollten.
Er sagte mir ich solle noch mal runter in die Sicherheitsabteilung und meine Laptop-Tasche scannen und mit dem entsprechenden abgestempelten Plakettenbändel versehen.
Das darf doch alle nicht wahr sein…

So schnell ich konnte schnappte ich mir meine Tasche, rannte die Treppen neben den Rolltreppen Hinunter, nahm 3 bis 4 Stufen auf einmal und hastete in die Sicherheitshalle. Dort angekommen, sah man mir wohl die Panik an. Denn ich dachte mir, ich bin bereits im System gescannt, was passiert wenn ich es nicht rechtzeitig bis in den Flieger schaffe???
Laut dem System bin ich bereits im Flieger, aber in Wirklichkeit bin ich hier in der verdammten Sicherheits-Kontrolle!!!
Eine Frau schien mitleid mit mir zu haben und so Band sie mir die Plakette hin, riss mir die Tasche aus der Hand und schob sie selbst durch den Scanner. Dann rief sie einen Sicherheitsmann der einen Stempel auf die Plakette knallte und jagte mich wieder zu meinem Gate. Meine Zunge hing auf dem Boden, gefühlte 3 Meter hinter mir als ich die Treppe zum Flieger hinaufstolperte… Wie ich an der Kante zum Einstig in den Flieger war, begann der Traktor bereits die Treppe vom Flieger wegzuziehen. Die Stuardess hielt mich am Arm und sagte mir, dass ich gleich hier in der ersten Reihe hin sitzen soll, da wir sofort losfliegen.

Kaum das ich saß und meinen Gurt angelegt hatte, ertönten auch schon die Motoren und wir rollten auf die Startbahn.

Total verschwitzt sank ich in meinem Sitz in mich zusammen und versuchte bei dem rötlichen Morgenhimmel ein Nickerchen zu machen.

Eine Stunde und vierzig Minuten später schreckte ich hoch als ich direkt neben mir aus dem Fenster bereits Schiffe auf dem Meer im Anflug auf den Flughafen Chennais sehen konnte. Als ich Hütten erkennen konnte und der Flieger heftig flatternd auf die Landebahn zusteuerte war ich da.


Nach dem ich meinen Koffer vom Band geholt hatte, steuerte ich einen Taxicounter an. Da kam mir der Punkt den ich gestern noch unbedingt klären hätte wollen.
Die Adresse der neuen Firma die ich Besuchen wollte.
Da ich weder den indischen Chef noch unsere Vertretungen um halb 8 am Morgen erreichte, entschloss ich mich den Geschäftsführer der Firma direkt anzurufen.
Gesagt getan. So erklärte ich ihm meine Situation und übergab dann das Telefon an die netten Bearbeiter die hinter dem EasyCap Stand arbeiteten.

Ich zahlte den vollen Betrag für das Taxi und ein weiterer Boy nahm sich meinem Koffer an um mich zu einem wartenden Taxifahrer zu bringen.
Diesem übergab er den Rechnungszettel mit der Zieladresse.

Es würde gut eine Stunde dauern ehe wir wie Firma erreichen würden. Puh, dann kann ich mich jetzt noch mal zurück lehnen und etwas ausspannen, dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn!

Knapp 10 Minuten später hielt der Fahrer das Taxi am Straßenrand in der Stadt an, dreht sich zu mir und erklärte mir mit unglaublicher Überredungskunst, dass er die letzten 2 Tage nicht geschlafen hätte und deshalb dringend ins Bett muss. Er hätte einem Freund bescheid gegeben und dieser würde mich ans gewünschte Ziel bringen.
Als ich stink sauer mit dem schimpfen beginnen wollte, drehte er sich einfach um, stieg bei laufendem Motor aus dem Taxi und verschwand im Getümmel…
Das ist echt die Härte!
Einige Minuten später stieg ein „Kind“ ein. Vielleicht gerade mal 1,5 Meter groß, sah eher aus wie gerade mal wieder keine Lust auf Schule. Ich fragte Ihn ob er der jenige sei der mich jetzt zum Kunden fährt? Yes Sir! Yes Sir!
So fuhren wir los. Wobei mir da nicht wirklich wohl bei war…
Nach gut einer Stunde fahrt fragte ich Ihn ob er sich wirklich sicher sei wo wir hinmüssten oder ob er müsste wo wir wären.
Yes Sir! Yes Sir!
Na toll, leg mal ne andere Platte auf, dachte ich mir.
Es vergingen weitere 15 Minuten, die nach meiner Einschätzung vollkommen Orientierungslos durch die Industriegegend gingen.
Dann hielt er auf einmal an, und meinte ab jetzt würde jeder Kilometer extra kosten, da das Budget was ich bezahlt hätte verbraucht sei!
Junge, jetzt reicht es aber echt. Da geht man extra an offizielle EasyCap Taxistände, wo man einen höheren Betrag wie üblich schon im Vorfeld bezahlen muss, dass man von den Lausigen Taxifahrern nicht über den Tisch gezogen wird. Und jetzt so was!
Die Wut quoll nur so aus mir heraus und ich schrie in an, denn mein Meeting hatte seit 20 Minuten begonnen!!!
Daraufhin rief er wieder seinen Kumpel von vorher an. Dieser teilte mir auch mit das ich ab jetzt zu zahlen hätte!
Genug ist genug, so rief ich die Nummer die auf meiner Rechnung vermerkt war an, und brüllte alles was mir in dieser Wut an böser Worte in den Sinn kam in das Telefon und schilderte den guten Leuten am anderen Ende wie mich ihre Taxifahrer hier gerade versuchten zu verarschen!!!
Eine freundliche Stimme sagte mir ich solle ihm bitte den Taxifahrer geben es würde sich gleich alles geregelt haben.
Dann hörte ich wie der Mann am anderen Ende meinen Taxifahrer so was von rund machte und auf einmal war sein nerviges: Er fährt nur weiter wenn er extra Geld bekommt, verstummt!
Es dauerte dennoch weitere 20 Minuten bis wir in die richtige Gegend kamen. Er bretterte dann freudig an der Firma vorbei. Als ich Ihn darauf hin aufmerksam machte, dass wir gerade an der Firma vorbeigefahren sind, meinte er nur, ob er oder ich mich hier wohl besser auskennen würden.
Ok. Ändern kann ich jetzt eh nichts mehr, lass ihn machen. So ging unser weg noch weitere 5 Minuten ehe er an eine Firmenpforte fuhr. Er drehte sich zu mir um und sagte, hier ist die Firma zu der du möchtest! Ich schüttelte den Kopf. Er rief den Pförtner her um mir Beweisen zu wollen, dass er richtig gefahren sei. Doch statt dies zu bestätigen lachte der Pförtner nur und schimpfte mit dem Fahrer das wir auf der Straße auf der wir gekommen waren zurück müssten. Rund 5 Minuten zurück, dann wären wir da!
Ha, du depperter Inder!
Er wendete den Wagen und raste wieder zurück!

Wie das hier in Indien üblich ist, muss man an den Firmentoren immer anhalten! IMMER!!
Dann sehen Sie mit einem Spiegel unter das Auto und machen den sogenannten Sicherheitscheck.

Doch der Fahrer machte keine Anstallten auch nur im Geringsten anhalten zu wollen. Er hupte wie gestört als er auf das Tor zubretterte. Der Gate-Boy sprang von seinem Stuhl auf und öffnete das Tor, durch das der Taxifahrer ohne Halten hindurchraste. Erst vor dem Bürogebäude kamen wir zum stehen.
Ich war gerade damit beschäftigt aus dem Auto zu steigen als schon die zwei Sicherheitsmänner angerannt kamen.
Sie rissen die Fahrertüre auf, und der gute Fahrer wurde erstmal ordentlich angeschrien. Mit einem heftigen klaps auf den Hinterkopf durfte er sich wieder in sein Auto setzten um aus dem Firmengelände zu fahren!

So lief ich an den Empfang des Bürogebäudes und wartete darauf, dass mich Mr. Deenabandhu abholte.

Gerade mal 10 Uhr in der Früh und schon soooo viel passiert!

Das ist einfach Indien…

Tag 57: sogar Kamele leben in der Stadt...

Nach dem wir alle die VDW-Symposien gut überstanden haben, nahte das gemeinsame Ende.
Fast alle Teilnehmer flogen in der Nacht von Mumbai wieder zurück nach Frankfurt. Weil das Hotel vollkommen ausgebucht war, mussten alle Auschecken und entsprechend in der Lobby des Hotels warten, bis endlich der Shuttle-Bus um 20 Uhr die ganzen Teilnehmer nach Mumbai schaukelte.
So saßen also alle in kleinen Grüppchen in der Hotellobby. Einige hatten noch Kundengespräche, oder Nachbereitungen der Kundengespräche, wiederum andere warteten einfach nur darauf, dass es endlich los ging und vertrieben sich die Zeit mit Telefonieren und Bier trinken.
Nach dem alle Abgefahren waren, hatten auch wir unsere Arbeiten erledigt.

Ich blieb noch eine weitere Nacht in Pune, da ich hier am nächsten Tag noch Termine hatte.


Auf dem Weg durch die Stadt und durch entsprechende Außenbezirke, kamen wir an einer kleinen Siedlung vorbei.
So sah ich an diesem herrlichen Tag meine ersten Kamele in Indien…


Am Abend wieder im Hotel angekommen genoss ich noch das tolle Ambiente während ich meine "Papier" - Arbeit am PC abarbeitete.

Dann begab ich mich in mein wunderschönes, sehr neu und modern gestaltetes Hotelzimmer…

Dienstag, 30. März 2010

Tag 56: Präsentation auf den VDW-Symposien in Pune

Der Tag der Wahrheit kam näher… nach dem ich das Wochenende in vieler kleiner Stunden Arbeit meine missglückte Präsentation mit neuen Videos, neuen Power Point Folien überarbeitet und angepasst hatte war der Tag gekommen an dem ich Zeigen konnte das ich es besser machen kann.
Schon der erste Blick in das Auditorium war bei weitem beeindruckender als in Chennai. Hier schienen sie mit weit mehr Kunden und Interessierten zu rechnen. In Chennai waren es ca. 250 Zuhörerplätze. Hier war man wohl auf 380 Interessierte eingestellt…
Auch der Aufbau der großen Leinwände rechts und links der Rednerbühne war professioneller gestaltet. Hier standen die Leinwände hinter dem Rednerpult sodass man selbst in die Leinwände sehen konnte um auch etwas erklären zu können.


Nach dem das Vormittagsprogramm vorbei war schlug ich mir vor Aufregung noch mal meine Bauch mit Spaghetti voll ehe es dann hieß: Welcome on stage… Mr. Trautmann.

Ich hatte mir glücklicherweise meinen Text stichpunktartig in großen Buchstaben auf ein Blatt geschrieben das ich in der Nervosität dann nicht auch noch den Faden verlieren würde.

Und so startete ich durch…


Nach den ersten Schrecksekunden vor dem großen Publikum wurde ich auch ruhiger nach dem die erste Seite gut durchgelaufen ist und ich nun zum technischen Teil der Präsentation kam.
Von hier an lief alles am Schnürchen, die Nervosität legte sich fast ganz und ich war auf der einen Seite erleichtert das ich es gut überstanden hatte, auf der anderen Seite hatte es dann auch richtig spaß gemacht.
Hätte nichts dagegen gehabt wenn ich das noch ein paar mal hätte machen dürfen. War doch eine sehr gute Übung und auch Interessant zu sehen wie ich selbst in solch einer Aufregung und in solch einem Umfeld zurecht komme.

Abschließend würde ich mir für den Auftritt in Chennai eine glatte 5 geben, SETZEN Tobi, dafür in Pune eine 2. War gut aber stehts Verbesserungspotential vorhanden.

In diesem Sinne wünsche ich euch auch weiterhin viele neuen Herausforderungen und tolle Momente in denen ihr mehr über euch selbst kennen lernt.

Anschließend bin ich wieder auf das tolle Dach um den Pool noch ein wenig genießen zu können.
Toll war auch die Aussicht über den gegenüberliegenden Bahnhof. Ebenso wie das Beobachten der Gerüstarbeiten an der Hotelfassade in schwindelnder Höhe..

Aber seht selber.